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Manfred

(Junior Member)

Guten Tag an die Kachelofenfreunde hier. Leider haben wir erst jetzt dieses Forum beim Stochern im WWW gefunden.
Vier Jahre haben wir im Norddeutschen Raum sehr intensiv nach einen Ofenbauer gesucht, der uns in ein 1876 erbautes Haus, übrigens zwei Jahre später wurde erst die Glühbirne erfunden, wieder einen Grundofen einbaut. Diverse angesprochene Unternehmen wollten und/oder konnten keinen Grundofen bauen. Angeboten wurden immer wieder Blechkisten mit Kacheln ummauert und Öffnungen für Konvektion mit kalter Luft unten rein und heißer oben raus. Wir wollten die jährliche Malerarbeit an der Decke jedoch nicht, sondern Strahlungswärme. Aus diesem Grund wurden die heute altmodischen Rippenheizungskörper der Zentralheizung liebevoll aufgearbeitet, ja einige flache sogar wieder durch teure Rippenkörper für die nur 50°C warme Vorlauftemperatur ersetzt. Für den Wärmetransport der ersten mit Kohle, später mit Öl und jetzt mit Gas befeuerte Zentralheizung, sorgen enorm große, geschweißte Eisenrohre. Die damals nicht isolierten Rohre brachten den Kriechkeller mit nackten Lehmboden auf sehr mollig feuchte und den Holzfußboden darüber auf Temperaturen einer Wärmeflasche. Gefunden wurden auch die Überreste eines ehemalig installierten Kachelofens. Aus Meißen!
Durch Zufall fanden wird nun doch noch vor einem Jahr in 70 km Entfernung einen Meister für einen Grundofen und konnten dem inzwischen gefunden Unternehmen in Österreich absagen. Seit einem Jahr wird dieses recht große Haus (12 x 14 m, 3,30 m Deckenhöhe, plus sehr hohes Dach mit Wohnung) fast allein von einem ca. 700 kg schweren Block aus Schamotte geheizt. Befeuert wird natürlich vom Flur durch eine kleine Tür mit Glas. Die ca. 30 cm aus der Wand in den Flur ragende und 90 cm tiefe Brennkammer führt zu dem großen Block im Wohnzimmer. Im Norden hat man gern eine etwas schlichtere Bauweise. Keine Türmchen, Türchen, Erker, Bänke, usw. Lange Zeit haben wir daher auch mit einem schwedischen Kachelofen geliebäugelt. Doch diese runden Dinger sind teuer und brauchen viel Platz. Unser 2,20 m hohes Stück steht als Viertelsegment in der Ecke. Ein 10 m hoher, gerader Schornstein mit 18 cm Durchmesser sorgt für einen enormen Zug, der manchmal etwas schwierig zu regeln ist. Die Verbrennung ist wohl kaum zu verbessern - eine sehr kleine Menge weiße Asche nach einem Abbrand, blitzsaubere Brennkammer und nach einem Jahr Betrieb ca. 1 kg feiner Ruß wie Puderzucker aus dem Schornstein. Der Schornsteinfeger war sehr zufrieden.
Nur bei einer Frage konnte der Gute auch nicht helfen - macht man bei einem Grundofen 1 bis 2 Abbrände am Tag oder schiebt man immer mal wieder ein Stück Holz nach ? Wie machen Sie es ?
Danke und alles Gute. Manfred
17.12.07, 15:08:40

Reinhold

(Newbie)

Hallo Manfred,
der Ofen wird ein bis zweimal am Tag mit ca. 6 bis 8 Kg Holz befeuert, je nach bedarf.
Ich heize mein Haus zweimal am Tag mit je 6 Kg Holzbrikets, die ich auf trockenem Fichtenholz möglichst schnell mit großer Hitze zum abbrennen bringe, und dann den Schieber schließe. Das abbrennen dauert ca. 1 Stunde. Wenn es ganz Kalt ist -15 Grad(ich lebe im Allgäu) dann verbrenne ich eine Einwegpalette, die ich auf dreimal dem Ofen zuführe. Diese brennt auch ca. 1 Stunde. Wichtig beim Grundofen ist es schnell mit großer Hitze den Ofen aufheizen und nach dem abbrennen den Ofen verschließen, aber ACHTUNG erst nach dem abbrennen verschließen, sonst gibt es eine Verpuffung.
Gruß
Reinhold cool
11.01.08, 10:45:16

neutral

(Advanced Member)

"...Öffnungen für Konvektion mit kalter Luft unten rein und heißer oben raus. Wir wollten die jährliche Malerarbeit an der Decke jedoch nicht, sondern Strahlungswärme."

Wir haben über 20 Jahre einen Ofen mit reiner Konvektion betrieben. Die Malerarbeiten waren auch nicht umfangreicher als in einer Wohnung ohne Kamin. Vielleicht waren wir besonders vorsichtig mit dem Öffnen der Ofentür.

Was den Abbrand angeht, so kommt es auch auf das Holz an, das heisst, die Sorte, Trockenheit etc., deshalb wiege ich es nicht zwinkern
11.01.08, 22:16:43

Manfred

(Junior Member)

Herzlichen Dank für die Antwort, Reinhold.
Ich brauche bei +10 bis +5° etwa 12kg und bei 0°C so um die 20kg. Pfeift der Wind bei diesen niedrigen Temperaturen noch heftig dazu, muß ich nachlegen. Das große Haus ist nun mal 130 Jahre alt und nicht gut isoliert. Diese Temperaturen von -15° (Mama mia!) haben wir kurz hinter dem Nordseedeich bei dem jetzt wärmer werdenden Planeten nicht mehr. Im Winter 2004/5 waren es noch einmal kurz -12, 2005/6 hatten -8 und 2006/7 nur noch einmal minus 2°C ! Bald wachsen hier Palmen ...
Ich bin überrascht zu hören, daß man im Allgäu auch Holzbrikets einsetzt. Die Dinger kosten gutes Geld - so um die 250,- € / Tonne. Es muß doch im Süden Holz wie verrückt geben. Richtig - Fichtenholz gibt ein Höllenfeuer. Wenn auch nur kurz. Mit meinem Hartholz bei 20% Restfeuchte, ich habe mir so ein Meßgerät gekauft, brauche ich zwei Stunden. Liegt die Feuchte bei 15% , dann geht so richtig die Post ab - es wummert richtig in der Brennkammer. Ich glaube auch, mit großer Hitze ‘durchglühen’ und dann Luft zu, ist der beste Weg.
Jetzt bin ich auf der Suche nach Hartholz, sogenanntes Polterholz, also Baumstämme. Schwierig hier oben. Sägen und hacken mache ich gern und man wird das erste Mal warm wegen eines Kachelofens.
Grundsätzlich war der Wiederaufbau eines Kachelofens in diesem Haus das beste, was wir machen konnten. Ein herrliches Klima in Räumen und Haus und durch den Schornstein wird auch wieder feuchte Luft ‘entsorgt’ . Früher waren 6 Schornsteine in Betrieb. Die Zentralheizung wäre fast der Tod von diesem Haus gewesen
Alles Gute
Manfred
04.02.08, 19:24:04

Kuechenbulle

(Senior Member)

Hallo,

wir kommen auch aus dem Norden (Bremen).
Könntes Du mir den Namen Deines Ofenbauers nennen, wenn Du mit dem so zufrieden warst??

Gruß und Danke
04.02.08, 19:56:11

Kelpin

(Moderator)

Hallo Leute,
ich moderiere jetzt mal wieder:
wir hatten uns mal geeinigt Werbung jedweder Art hier außen vor zu lassen.
Bei der Nähe könnt Ihr Euch ja fast besuchen zwinkern
Danke

------------------------- Kelpin -------------------------
05.02.08, 07:54:28

David

(Member)

geändert von: David - 01.10.09, 20:25:38

Ich hätte noch eine Frage:
Wir haben auch einen Grundofen, wobei dieser keine Klappen oder ähnliches zur Regelung hat. Wir haben nur eine Metalltür (ziemlich klein) welche man wie einen "Druckkochtopf" verschließen kann.
Meine Frage wäre: Wann ist der richtige Zeitpunkt zum Schließen dieser Tür? Wenn zu ist dann kommt von Außen keine Luft dazu bzw. ich kann nichts mehr beeinflussen.
Dateianhang:

 Unbenannt.JPG (23.57 KByte | 5012 mal heruntergeladen | 115.37 MByte Traffic)

01.10.09, 20:00:34

David

(Member)

Kann mir niemand helfen? verwirt
03.10.09, 11:47:41

Theo Kern

(Administrator)

Hallo David

Sie müssen die Türe dann schließen wenn keine Flammen mehr zu sehen sind.

Theo L. Kern theo.kern@kachelofen-profis.de http://www.kachelofen-profis.de Für direkten Kontakt bitte meinen E-Mail Link benutzen und eigene Kontaktdaten nicht vergessen. Auf halbanonyme Mails antworte ich nicht.
03.10.09, 13:36:18

David

(Member)

geändert von: David - 03.10.09, 19:26:08

Danke für die Antwort!
In einem anderen Thread ist die Rede von 50Grad Oberflächentemperatur. Trifft das auf alle Grundöfen zu?

Wann soll die Temperatur erreicht sein? Wenn noch Flammen sind oder nachdem die Tür zu ist?

Was mich noch interessieren würde: Gibt es eine Formel mit der man ausrechnen kann wieviel Holz ich in den Ofen geben muß bzw kann? Bedienungsanleitung haben wir leider keine.
03.10.09, 19:07:40

Theo Kern

(Administrator)

geändert von: Theo Kern - 04.10.09, 15:44:06

Hallo Manfred.

Sie sind mit Ihrem Ofenbauer zufrieden obwohl er Ihnen weder eine Bedienungsanleitung gegeben hat noch den Ofen erklärt hat.
Das wundert mich schon.
Da hier niemand weis was für einen Ofen der gute Mann gebaut hat kann auch niemand sagen wie der zu bedienen ist.
Warum fragen Sie nicht den guten Ofenbauer? Er sollte doch kein Problem haben Ihnen zu sagen was richtig ist.

Sie schreiben der Feuerraum hat 90cm Tiefe. Dazu muss er mindestens 45cm breit sein. Ein solcher Feuerraum deutet auf einen Ofen mit der Leistung von ca. 10kW in schwerer Bauweise bzw. 15kW in mittelschwerer Bauweise.
Dazu passen aber die 700kg Schamotte ganz und gar nicht.

Ein Ofen der Leistungklasse wiegt ca. 3000kg.
700kg ist ein Kleingrundofen. Da hat unser Kleinster mit 2kW mehr Gewicht.

Oder wollten Sie so einen großen Feuerraum? Und der Ofenbauer hat dann einfach gebaut was Sie wollten?
Wenn ja hat er die Fachregeln nicht beachtet.
Das darf er nicht, egal was Sie wollen.
Das wäre dann etwa so wie wenn ein Autotuner in einen Trabi einen 500PS Motor einbaut ohne das Fahrwerk und die Bremsen entsprechend anzupassen.

Vielleicht war der Ofenbauer doch nicht so gut und hat den Ofen gar nicht berechnet? Oder haben Sie eine Berechnung?
Wenn ja, dann posten Sie doch die mal. Natürlich ohne Namen des Erbauers, außer der ist damit einverstanden.

Dass der Ofen gut zieht ist kein Hinweis darauf dass er richtig gebaut wurde. Auch das Urteil des BSM sagt nichts aus. Oder hat der mal die Rauchgastemperatur gemessen während Sie knapp 37kg Holz (das ist die richtige Holzmenge für den Feuerraum) verbrennen?

Ich kann nur immer wieder davor warnen sich einen Ofen aufschwatzen zu lassen ohne dessen techn.Daten genau zu kennen. Diese lassen sich vor dem Bau nur durch eine genaue Berechnung festlegen.
Nach Bauchgefühl gebaute Öfen sind Mist.

Niemand ist so dumm sich ein Auto zu kaufen ohne Leistung und Verbrauch (Wirkungsgrad) zu kennen. Beim Grundofen schalten viele Leute aber in den "Geiz ist geil" Modus. Hauptsache die Optik gefällt und der Verkäufer hat das Märchen von der ausgebauten Scheune erzählt die mit seinem Ofen komplett geheizt wird. Und das dazu mit einem Arm voll Holz und nur einmaligem Abbrand/Tag. Wenn dazu noch die Mär von seiner "Wunderschamotte" kommt schmilzt jeder Widerstand. Ein Letztes tut dann der große Rabatt.
Denkt denn keiner daran dass der nur möglich ist weil vorher entsprechend großzügig kalkuliert wurde?



Theo L. Kern theo.kern@kachelofen-profis.de http://www.kachelofen-profis.de Für direkten Kontakt bitte meinen E-Mail Link benutzen und eigene Kontaktdaten nicht vergessen. Auf halbanonyme Mails antworte ich nicht.
04.10.09, 15:25:31

Theo Kern

(Administrator)

Ca. 50°C sind typisch für einen schweren Ofen bei zweimal täglicher Beheizung.
Je nach Bauart und Beheizung kann die Temperatur aber auch anders sein.

Theo L. Kern theo.kern@kachelofen-profis.de http://www.kachelofen-profis.de Für direkten Kontakt bitte meinen E-Mail Link benutzen und eigene Kontaktdaten nicht vergessen. Auf halbanonyme Mails antworte ich nicht.
04.10.09, 15:43:12

David

(Member)

Theo, meinen Sie mich (David) oder Manfred mit der längeren Antwort?
Falls mich, dann sind da einige Mißverständnisse.

Wir haben das Haus gekauft und der Ofen war bereits drinnen. Wann der Ofen gebaut wurde bzw. von wem kann ich nicht mehr herausfinden, da die Verkäuferin des Hauses nicht die Erstbesitzerin war und auch nichts wußte.

Darum muß ich mich jetzt alleine irgendwie durchkämpfen und herausfinden wie ich am effektievsten den Ofen nutzen kann.
05.10.09, 11:05:36

Theo Kern

(Administrator)

Hallo David

Mit dem langen Beitrag war natürlich Manfred gemeint.

Wie groß ist der Feuerraum in Ihrem Ofen?

Theo L. Kern theo.kern@kachelofen-profis.de http://www.kachelofen-profis.de Für direkten Kontakt bitte meinen E-Mail Link benutzen und eigene Kontaktdaten nicht vergessen. Auf halbanonyme Mails antworte ich nicht.
06.10.09, 09:17:07

David

(Member)

Also die Abmessungen sind:
L 86
B 40
H 59
08.10.09, 12:36:34

David

(Member)

Sind die Abmessungen brauchbar?
Bitte um Info.
17.10.09, 14:14:09

Theo Kern

(Administrator)

geändert von: Theo Kern - 17.10.09, 14:26:48

Hallo David.

Da hat mal wieder jemand nach Bauchgefühl gebaut.
Diese Abmessungen sind nicht nur falsch im Verhältnis zueinander sondern auch für den Ofen viel zu groß.
Dadurch ist auch kein Platz mehr für einen gemauerten Zug.
Der ist in Ihrem Ofen allenfalls einen guten Meter lang.
Völlig inakzeptabel.

Theo L. Kern theo.kern@kachelofen-profis.de http://www.kachelofen-profis.de Für direkten Kontakt bitte meinen E-Mail Link benutzen und eigene Kontaktdaten nicht vergessen. Auf halbanonyme Mails antworte ich nicht.
17.10.09, 14:25:21

David

(Member)

geändert von: David - 17.10.09, 20:13:29

Na das klingt aber nicht gut. Wobei ich sagen muß dass die Abmessungen sicher nicht auf den cm genau stimmen.

Der Ofenbleibt aber so ca. 12h warm wenn ich ca.9kg Holz einlade.

Kann man trotzdem sagen wieviel Holz tatsächlich sinnvoll wäre?
17.10.09, 20:12:00
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