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Olestochter

(Member)

Hallo zusammen,
ich bin neu im Forum und habe folgende Frage:
Wie berechnet man fachgerecht die Länge der keramischen Heizgaszüge? Geht man vom mittleren Querschnitt aus? Wir haben leider einen Kombiofen, der nicht funktioniert und begeben uns jetzt auf Fehlersuche. Danke im Voraus freuen
Gruß Oles Tochter

verwirt
27.10.19, 22:35:01

Theo Kern

(Administrator)

Wie drückt sich das "Nichtfunktionieren" aus?
Haben Sie Pläne/Fotos wie der Ofen gebaut wurde?

Die Züge kann man natürlich berechnen.
So einfach dass man das jetzt hier ausbreiten könnte ist das aber nicht.

Theo L. Kern theo.kern@kachelofen-profis.de http://www.kachelofen-profis.de Für direkten Kontakt bitte meinen E-Mail Link benutzen und eigene Kontaktdaten nicht vergessen. Auf halbanonyme Mails antworte ich nicht.
28.10.19, 06:31:57

Olestochter

(Member)

Hallo Herr Kern,
der ofen heizt nicht. Es gibt mehrere Faktoren, die dabei sicher eine Rolle spielen. Ich wollte nicht alles in einen Post schreiben- er würde einfach zu lang. Es gibt Pläne/Fotos, kann sie heute Abend jedoch erst hochladen.
Beste Grüße

verwirt
28.10.19, 07:14:19

pyromanenoli

(Senior Member)

Hallo Olestochter,

da haben Sie mich und viele andere nun neugierig gemacht. Ich hatte auch mal selbes Problem. Bestimmt haben Sie meinen thread dazu schon gefunden. Also nur zu - lassen Sie es uns wissen.
Ist es ein Kombiofen mit einem Brunner HKD 2.2 Einsatz?

Gruß
Oli
03.11.19, 13:13:30

aeromane

(Senior Member)

der Österreichische Kachelofenverband gibt in seiner Schriftenreihe "SR 1 Bemessung von Kachelöfen" als Mindestzuglänge an:
LZmin=1,3 x Wurzel(Brennstoffmasse)
03.11.19, 14:33:28

nederbelg

(Senior Member)

geändert von: nederbelg - 03.11.19, 19:35:06

Was der KOV da schreibt, ist festgelegt in der EN15544 Norm. Für GO mit Luftspalt zwischen Kern (Züge) und Hülle, sollte das allerdings Minimal 1,5xWurzel Maximaler Brennstoffmenge sein!

Gr Nederbelg
03.11.19, 15:59:12

Theo Kern

(Administrator)

Allerdings geht es hier um einen Kombiofen.

Theo L. Kern theo.kern@kachelofen-profis.de http://www.kachelofen-profis.de Für direkten Kontakt bitte meinen E-Mail Link benutzen und eigene Kontaktdaten nicht vergessen. Auf halbanonyme Mails antworte ich nicht.
04.11.19, 05:54:09

nederbelg

(Senior Member)

Oops. Überlesen lachen

Gr Nederbelg
04.11.19, 15:35:11

Olestochter

(Member)

Sorry für die späte Antwort. Es handelt sich um einen Brunner HKD 4.1

Für mich stellt sich die Frage, ob die Länge in Metern (natürlich in der Abbildung sehr vereinfacht) so gemessen wird wie die rote Linie (also aussen gemessen, quasi der längste Weg) oder wir die gelbe Linie (also im mittleren Querschnitt).
Dateianhang:

 zug.JPG (31.29 KByte | 204 mal heruntergeladen | 6.23 MByte Traffic)


verwirt
04.11.19, 16:50:03

Theo Kern

(Administrator)

Natürlich die gelbe Linie.

Theo L. Kern theo.kern@kachelofen-profis.de http://www.kachelofen-profis.de Für direkten Kontakt bitte meinen E-Mail Link benutzen und eigene Kontaktdaten nicht vergessen. Auf halbanonyme Mails antworte ich nicht.
04.11.19, 17:26:48

Olestochter

(Member)

Super, vielen Dank. Das war für mich auch die logische Antwort. zunge raus

verwirt
04.11.19, 20:20:55

chrism

(Senior Member)

Bitte mal Fotos vom fertigen Ofen einstellen. Der HKD 4.1 fasst doch 8 oder 10 Kg Holz mit Scheitlängen von 50 cm?! Und der heizt nicht? Wie sieht das Haus Drumherum aus?

Ich habe den HKD 5.1 und muss bei den derzeitigen Temperaturen (8-10 Grad) wirklich aufpassen, dass ich nicht zu viel Holz auflege... Und das bei einem Abbrand am Tag.
05.11.19, 06:54:57

Theo Kern

(Administrator)

geändert von: Theo Kern - 05.11.19, 07:40:58

Da ich ein wenig mehr über diesen Ofen weis ein paar Fakten.

Dieser Ofen wurde mit einem viel zu kurzen Zug gebaut.

Brunner empfiehlt hier lt. Diagramm ca. 5m.(Für mich überschlägig nachvollziehbar).
Gebaut wurden tatsächlich vielleicht 1,5m.
Dazu hat hier der Zug eine viel zu kleine aktive Abstrahlungsfläche.

Ich lehne Blechnachheizkästen zwar ab (und habe noch nie einen verbaut), aber hier wären ein, oder besser zwei Nachheizkästen die bessere Wahl gewesen.

Ergo geht hier viel zu viel in den Schornstein.
Das alleine ist es aber auch nicht.

In diesem Ofen fehlen dem Heizeinsatz die nötigen Konvektionsquerschnitte. Außerdem hätte der Ofenbauer hier unbedingt den Zugbereich bis auf den Boden bauen müssen (er steht auf einem Ytongsockel) und hinterlüften müssen um so die aktiven Flächen in der Summe ca. zu verdreifachen.

Schuld ist hier nicht Brunner sondern der Ofenplaner.
Kann ja durchaus sein dass der Kunde den Ofen optisch genau so wollte. Dann aber hätte der Ofenbauer seinen Kunden auf die gravierenden Nachteile diese Aufbaus verweisen müssen.

Mal unabhängig davon dass wir nur Grundöfen bauen hätte der Kunde diesen Ofen von mir nicht bekommen, selbst wenn er ihn so gewollt hätte.

Und egal was ich hier seit vielen Jahren schreibe.
Immer noch werden Öfen nur nach optischen Gesichtspunkten gekauft. Die technischen Daten interessieren erst dann wenn das nicht wie erwartet funktioniert.

Wäre ich der Verantwortliche für diesen Ofen würde ich folgendes unternehmen um den Kunden zufriedenzustellen.

1. Abriss des gemauerten Zuges.
2. Neuaufbau mit raumhohem Zug ab dem Boden.
3. Hinterlüftung der kompletten Zugrückwand.
4. Konvektionswand zwischen Zug und Heizeinsatz (kann z.B. eine Blechplatte sein).
5. Den Heizeinsatz so einbauen dass die nötigen Konvektionsquerschnitte vorhanden sind.

Der Ofen würde dadurch ein wenig tiefer werden, das sollte aber für den Kunden kein Problem sein.

Dann würde der Zug ca. 50% der Energie aufnehmen können und entsprechend Wärme liefern.
So würde der Ofen funktionieren wie er soll und der Kunde wäre zufrieden.

Noch besser wäre es natürlich gewesen einen passenden Grundofen zu bauen.
Ein Problem wäre das hier absolut nicht gewesen.



Theo L. Kern theo.kern@kachelofen-profis.de http://www.kachelofen-profis.de Für direkten Kontakt bitte meinen E-Mail Link benutzen und eigene Kontaktdaten nicht vergessen. Auf halbanonyme Mails antworte ich nicht.
05.11.19, 07:40:03

Olestochter

(Member)

Ich habe derzeit den größten, beim Ofenbauer angebotenen, Heizeinsatz von Brunner ausgewählt, um "auf Nummer sicher" zu gehen. Alles drum herum hat der Ofenbauer geplant. Es wurde kein fertiges Design vorgegeben.

verwirt
05.11.19, 11:40:56

chrism

(Senior Member)

Wie sieht denn der fertige Ofen aus? Auf dem Bild stehen die Schamotte doch auf einem Perserteppich :-) Oder täusche ich mich da so? Übersehe ich möglicherweise ein Foto?
05.11.19, 15:31:37

Olestochter

(Member)

Die stehen auf nem Perser, richtig 😄. Das Foto war nur als Beispiel gedacht, um zu verdeutlichen, was ich mit der Längenberechnung meine, um die es in meinem Ausgangspost ging. Ich mache Mal eine Skizze von den verbauten Steinen.

verwirt
05.11.19, 18:22:02

Robert

(Senior Member)

Hallo Olestochter
Aus folgenden Gründen dürfte der Ofen nicht heizen:
- Zuglänge zu kurz (ca. 50% der Leistung)
- Heizeinsatz nicht optimal eingebaut (ca. 50% der Leistung)
- Wärmedurchgang vom Ofen / Zugsystem auf die Ofenoberfläche ungeeignet. (Mir hat ein Ofenbauer mal eine Dämmschicht zwischen Zug und Verkleidung vorgeschlagen!)
- Sie wurden vom Ofenbauer für das Beheizen unkompetent eingewiesen (Es dauert auch bei einem korrekt konstruierten Ofen schon seine Zeit (2 bis 3 Stunden), bis eine Ofenoberfläche warm wird.
Aus den Einzelheiten der Kern'schen Antwort zu schliessen, hat er sicher mehr Informationen als wir: Das riecht nach Abbruch und Neuaufbau basierend auf einer (Neu)Berechnung.
Ihre Fragestellung bezüglich der Zuglänge (50%) greift vermutlich zu kurz!

Gruss Robert
06.11.19, 18:51:05

Theo Kern

(Administrator)

Zitat von Robert:
Hallo Olestochter
Aus folgenden Gründen dürfte der Ofen nicht heizen:
- Zuglänge zu kurz (ca. 50% der Leistung)
- Heizeinsatz nicht optimal eingebaut (ca. 50% der Leistung)
- Wärmedurchgang vom Ofen / Zugsystem auf die Ofenoberfläche ungeeignet. (Mir hat ein Ofenbauer mal eine Dämmschicht zwischen Zug und Verkleidung vorgeschlagen!)
- Sie wurden vom Ofenbauer für das Beheizen unkompetent eingewiesen (Es dauert auch bei einem korrekt konstruierten Ofen schon seine Zeit (2 bis 3 Stunden), bis eine Ofenoberfläche warm wird.
Aus den Einzelheiten der Kern'schen Antwort zu schliessen, hat er sicher mehr Informationen als wir: Das riecht nach Abbruch und Neuaufbau basierend auf einer (Neu)Berechnung.
Ihre Fragestellung bezüglich der Zuglänge (50%) greift vermutlich zu kurz!

Gruss Robert


Fast alles richtig.
Den Hammer mit der Dämmschicht zwischen Zug und Außenwand kenne ich auch.

Nur das mit der Neuberechnung ist falsch.
Es gab da bisher ganz sicher keine Berechnung, deswegen kann man die auch nicht erneuern.
Natürlich muss aber vor einem Neuaufbau eine Berechnung gemacht werden.

Eine korrekte Berechnung ist zeitraubend und aufwändig, aber die einzige Garantie für einen sicher und gut funktionierenden Ofen.
Der Zeitaufwand lässt viele auf den Vorgang verzichten und die Dinge aus dem Bauch heraus erledigen.
Das kommt dann dabei heraus.
Ich habe tausende Grundöfen konstruiert und habe dadurch natürlich schon einige Übung, aber einen perfekt funktionierenden Ofen mit hohem Wirkungsgrad kann ich aus dem Bauch heraus nicht machen.
Entweder ist der Wirkungsgrad zu niedrig oder der Ofen zieht nicht richtig.



Theo L. Kern theo.kern@kachelofen-profis.de http://www.kachelofen-profis.de Für direkten Kontakt bitte meinen E-Mail Link benutzen und eigene Kontaktdaten nicht vergessen. Auf halbanonyme Mails antworte ich nicht.
07.11.19, 06:14:15

Olestochter

(Member)

Zwischen dem keramischen Heizgaszug (bin leider noch nicht dazu gekommen, eine Skizze anzufertigen) und der "Aussenhaut" ist ein kleiner Abstand/Luftraum. Gehört das so? Luft isoliert doch und hindert die Wärme, in den Raum zu gelangen. Oder liege ich da falsch?

verwirt
07.11.19, 23:50:38

Theo Kern

(Administrator)

Das ist so schon richtig.
Die Wärme wird durch Strahlung übertragen.
Durch die Luftschicht geht keine Wärme verloren.

Theo L. Kern theo.kern@kachelofen-profis.de http://www.kachelofen-profis.de Für direkten Kontakt bitte meinen E-Mail Link benutzen und eigene Kontaktdaten nicht vergessen. Auf halbanonyme Mails antworte ich nicht.
08.11.19, 06:04:12
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