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Theo Kern

(Administrator)

geändert von: Theo Kern - 06.02.14, 04:13:40

Ab dem 1.1.2015 müssen die Werte der neugebauten Grundöfen nachgewiesen werden.

Dazu ist es entweder nötig einen zugelassenen Feuerraum (geprüft) zu verwenden oder die Öfen so gut zu bauen dass Sie die, wenn kein geprüfter Feuerraum verwendet wird, dann nötige einmalige Prüfung bestehen.

Die „sportlichen“ Anforderungen:
Feinstaub max. 40mg, CO max. 1250mg.

Auf den ersten Blick wäre es am einfachsten einen Feuerraum mit Persilschein zu verwenden.

Das ist aber, ganz unabhängig davon dass ich von Prüfungen nicht viel halte weil da einfach solange geprüft (optimiert) wird bis es passt, mit einer ganzen Reihe Nachteile für den Kunden verbunden.

Die Flexibilität geht verloren.
Große Feuerräume für Öfen mit hoher Leistung können eh nicht geprüft werden.
Bei jeder Änderung an dem Feuerraum muss neu geprüft werden.
Bei jeder Änderung an der Tür muss neu geprüft werden.
Prüfungen kosten richtig Geld und lohnen sich daher nur für Hersteller mit hohen Stückzahlen.
Der Kunde weiß dann wieder nicht was sein Ofen „wirklich“ taugt.

Daher, und weil es mit meinen Ansprüchen nicht zusammenpasst, habe ich beschlossen dass wir uns der Einzelprüfung aussetzen.

Dazu muss man sich natürlich entsprechend sicher sein und bereit sein, dort wo nötig, die Bauweise zu optimieren.

Dazu gehört auch dass man sich die entsprechende Meßtechnik ankauft. Das ist leider kein billiger Spaß.
Wir haben das aber gemacht und uns ein entsprechendes Gerät von der Fa. Testo gekauft.

Dieses Gerät werden vermutlich auch die meisten Schornsteinfeger für die Abnahmemessung benutzen.

Seit einer Woche sind wir fleißig am Messen.

Nach den Anfangsschwierigkeiten haben wir das Verfahren nun im Griff.

Der verwendete Ofen zum Probieren:
Zwei Jahre alt, ohne Änderung, mit dem Prototyp unserer N36 Tür.
Grundofen 10,5kW Nennleistung,
8h Abbrandintervall,
26,5kg Holz,
86% Wirkungsgrad.

Heute haben wir z.B. eine (vorerst rekordverdächtige) Messung gemacht.
Warmer Ofen (8 Stunden vorher beheizt)
Teillast 16,5kg Hainbuche
Holz im Feuerraum stehend
Abbrand von oben

Ergebnis:
Feinstaub 13mg, CO 520mg

Das sind Werte die sonst nur mit Katalysatoren (teuer, wartungsintensiv, fehleranfällig, nicht dauerhaft) erreicht werden.
Scheint so dass wir auf dem richtigen Weg sind.

Theo L. Kern theo.kern@kachelofen-profis.de http://www.kachelofen-profis.de Für direkten Kontakt bitte meinen E-Mail Link benutzen und eigene Kontaktdaten nicht vergessen. Auf halbanonyme Mails antworte ich nicht.
30.01.14, 14:32:48

Theo Kern

(Administrator)

Abbrand Heute.
Gleicher Ofen, gleiches Prozedere aber mit Nennleistung.

26,5kg Holz, Eiche und Buche gemischt
Staub 21mg
CO 521mg

Die Werte sind besser als berechnet und liegen deutlich unter den Anforderungen.

Theo L. Kern theo.kern@kachelofen-profis.de http://www.kachelofen-profis.de Für direkten Kontakt bitte meinen E-Mail Link benutzen und eigene Kontaktdaten nicht vergessen. Auf halbanonyme Mails antworte ich nicht.
31.01.14, 10:28:56

Theo Kern

(Administrator)

Abbrand 5.2.2014

Gleicher Ofen, Nennleistung.

20mg Staub
387mg CO


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05.02.14, 17:41:23

Theo Kern

(Administrator)

Abbrand 10.2.2014

Ausgekühlter Ofen im kalten Aufstellraum.
Letzter Abbrand 50 Stunden vorher.

26,5kg Holz, hauptsächlich Eiche.

Staub 23,6mg
CO 515mg

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10.02.14, 11:10:02

Theo Kern

(Administrator)

2. Abbrand 10.2.2014

Warmer Ofen.
Letzter Abbrand 6 Stunden vorher.

26,5kg Holz, hauptsächlich Eiche.

Staub 9,7mg
CO 480mg

Bisher bester Wert.

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10.02.14, 13:51:53

Theo Kern

(Administrator)

geändert von: Theo Kern - 22.04.15, 15:21:37

Hier mal das Protokoll einer Einstufungsmessung.

Mit geänderter Tür (Prototyp) ansonsten gleicher Ofen wie oben aufgeführt.
Die geänderte Tür hat nun eine 2. Luftführung nach hinten, entspricht also dem österreichischen Umwelt-Zeichen-Feuerraum.
Holzauflage 20kg.
Ofen gesteuert mit unserer neuen Steuerung.
Messdauer 30 Minuten.

Erreichte Werte: Staub 16,3mg/m³, CO 321mg/m³.

Zulässige Werte: für Grundöfen Staub 40mg/m³, CO 1250mg/m³.

Wir unterbieten hier sogar die zukünftigen Werte (ab 31.12.2016) für Holzheizkessel (Staub 20mg/m³, CO 400mg/m³).

Und das mit einer Holzauflage von 20kg und einer Abgastemperatur von, in der Spitze, nur rund 200°C.
So ergibt das einen fetten Wirkungsgrad und einen, am Schornstein, kaum erkennbaren Brand.

Da ist der Vergleich mit den Prüfprotokollen div. Hersteller sehr interessant.
Da werden Grundofen-Feuerräume schon mal als "Speicherkamin" deklariert und mit einer lächerlichen, auf optimale Prüfergebnisse abgestellten, Holzmenge geprüft.

Natürlich werden diese Anbieter nicht vergessen zu erklären dass man ja auch eine größere Holzmenge einlegen könne.

Der Endkunde merkt von allem nichts, sein Ofen wird ja nicht geprüft.
Mit der, sicher korrekten, aber unter Idealbedingungen stattfindenden Prüfung in der Prüfstelle, ist ja alles geklärt.
Da geht es dann weiter wie bisher. Der, für den Wirkungsgrad entscheidende, gemauerte Zug kann nach Lust und Laune erstellt werden.
Das darf zwar theoretisch nicht sein, wird aber nicht überprüft.

Der Kunde der, z.B. von uns, einen individuellen Ofen bekommt der dann geprüft wird weiß im Gegensatz dazu dass er einen richtig guten Ofen bekommen hat.
Ein schlechter Ofen rauscht durch die Prüfung.
Folglich werden viele Anbieter einen Feuerraum mit Persilschein verbauen und können dann ohne Prüfungsangst weitermachen wie bisher.

Die neue Tür wird nun eingeführt.
Weitere Infos dazu folgen demnächst.

Dateianhang:

 testo easysoft.pdf (205.67 KByte | 704 mal heruntergeladen | 141.4 MByte Traffic)


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22.04.15, 14:57:34
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