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ptjodi

(Senior Member)

Ich habe mir einen Grundofen setzen lassen in handwerklicher Ausfertigung, mit Grundofentür und Elektronik von Fa. Leda.
Das Teil funktioniert soweit hervorragend, nur hinsichtlich des Wirkungsgrades bin ich etwas unzufrieden.
Der Feuerraum fasst ca. 10 kg Kiefernholz, ich brauche derzeit ca. 30 kg am Tag (drei Abbrände).

Die Temperatur am Überbrand erreicht Spitzenwerte bis 910 Grad (soweit man der Anzeige der Elektronik trauen kann) . Der Meßfühler sitzt in einem Metallrohr, das hellrot glühend wird. An der Schornsteinmündung auf dem Dach habe ich auch mal einen Meßfühler reingehalten, der ging auf ca.180 Grad (weiß aber nicht wie groß der Meßfehler ist) Ich gebe später noch ein paar Eckdaten hinsichtlich Energiebedarf nach EnEV, Abstrahlfläche, sowie ein paar Bilder dazu.
Das es auch in diesem Forum auch schon Ofenbesitzer mit Leda-Technik gibt, folgende Fragen : Wie hoch sind denn so die Temperaturen am Ausgang des Feuerraumes und an der Schornsteinmündung ? Welche Oberflächentemperatur erreicht so ein Grundofen oder besser sollte er plangemäß erreichen ?
Ich werde den Eindruck nicht los, das der Abbrand zwar optimal (kaum oder keine Rußbildung trotz Kiefernholz) jedoch ein Großteil der Wärme zum Schornstein rausgejagt wird, so dass vielleicht ein Wirkungsgrad von ca. 60 % erreicht wird.
14.12.05, 18:39:45

Theo Kern

(Administrator)

Guten Morgen

Als erstes sollten wir die technischen Daten des Ofens wissen wie Leistung, Oberfläche, Oberflächenausführung, Größe und Geometrie des Feuerraumes, Länge und Dimensionierung des Zuges. Dazu möglichst die techn. Berechnung desselben.

Die Schornsteinmündungstemperatur ist mit 180°C schon etwas hoch. Das kann aber auch vom Nutzer verursacht sein.

Theo L. Kern theo.kern@kachelofen-profis.de http://www.kachelofen-profis.de Für direkten Kontakt bitte meinen E-Mail Link benutzen und eigene Kontaktdaten nicht vergessen. Auf halbanonyme Mails antworte ich nicht.
15.12.05, 07:03:03

ptjodi

(Senior Member)

geändert von: ptjodi - 20.11.06, 23:52:14

Berechnung habe ich nicht, auch auf Nachfrage nicht bekommen. Der Ofen basiert auf "Erfahrungswerten" des Ofenbauers.

So kann ich nur mit Eckdaten dienen.
Also
Schornsteinhöhe : 7,0 m über Feuerrost (hier besser Boden Feuerraum.
Schornstein : Mehrschalendämmschornstein, Durchmesser 16 cm, glattes Keramikrauchrohr (Fabrikat Nisott)
Ofen der Kategorie "Mittelschwere Bauart"

Die Ofen-Oberfläche (d.h. aktiv durch Rauchgas oder Flammen beheizte+Hohlräume umfassende Fläche )des Ofens beträgt ca. 6,4 m2

Ich hab mir so meine Gedanken während des Baus des Ofens gemacht und diese in dem beiliegendem PDF festgehalten. Dort sind auch Angaben zur Feuerraumgröße drin , erste Erfahrungen und ein paar Fotos.

Wie gesagt, es sind meine Gedanken, ich bin ein Ofenbau-Laie.

Ziel ist es nachwievor, herauszufinden, ob der Ofen eventuell nicht den Wirkungsgrad erreicht, den er eigentlich erreichen hätte können, oder aber die Feststellung : Der ist so optimal, mehr geht nicht.
Ich habe den Wirkungsgrad mit 70 % für meine Schätzungen angenommen. Wenn ich jetzt Holzmenge und die Wetterdaten anschaue, habe ich jetzt den Verbrauch an Holz, den ich eigentlich bei -12 Grad Außentemperatur haben müßte. Momentan sind nachts -3 am Tage um die 3 Grad.

update vom 19.01.2006
In dem Dateianhang wird vom Wärmeenergiebedarf nach EnEV ausgegangen.Das ist für die Auslegung des Ofens oder generell einer Heizung ungeeignet.
Da sollte doch lieber eine Heizlastberechnung durchgeführt werden.

Dateianhang:

 forum.pdf (931 KByte | 44233 mal heruntergeladen | 40215.87 MByte Traffic)

15.12.05, 14:45:49

Theo Kern

(Administrator)

Hallo

Ein Grundofen mittelschwerer Bauart mit 4kW hat ein Nachlegeintervall von 8h mit einer Holzauflage von jeweils 10kg.
Ob das Laubholz oder Nadelholz ist bleibt sich gleich.
Vorausgesetz ist dabei ein Wirkungsgrad von 78%.

Diesen Wirkungsgrad muss der Grundofen lt. Fachregeln erreichen.

Für die Errichtung eines Grundofens gelten die Fachregeln des Handwerks, soweit nicht Abweichungen davon vereinbart sind.

Die Fachregeln geben ebenfalls die Dimensionierung von Feuerraum und Zug vor.

Der Feuerraum für diesen Ofen dürfte, bei einer Tiefe von 40cm, lediglich 27cm breit sein, aber er müßte 50cm hoch sein.

Diese Abweichung ist nicht ok, aber nicht wohl Ausschlaggebend für die ungenügende Heizleistung des Ofens.

Anschließend an den Feuerraum muss ein Zug von 412 - 454 cm Länge und fachgerechter Dimensionierung eingebaut sein.

Zu dem Zug in Ihrem Ofen kann ich nichts sagen außer dass ich nicht erkennen kann wo die Zuglänge untergebracht ist. So wie der Ofen aufgebaut ist kann ich mir schwer mehr als ca. 300cm Zuglänge vorstellen.
Ich würde bei der Bauform und Leistung immer die Bank mitheizen. Damit wäre die nötige Zuglänge erreichbar.

Wirksame Heizfläche hat Ihr Ofen rund 4,5m². Der Rest ist unbeheizt und geht in die Berechnung nicht ein. Auch aus dem Grund wäre die Beheizung der Bank richtig gewesen.

Ihr Schornstein ist für den Ofen ok.

Durch den, vermutlich, viel zu kurzen Zug wird den Rauchgasen zuwenig Wärme entzogen. Daher die hohe Schornsteinaustrittstemperatur.

Ihre Abbrandtemperaturtabelle zeigt dass der Abbrand sehr schnell vonstatten geht.
Das zeigt auch die zu geringe Oberflächentemperatur des Ofens. ein Ofen mittlerer Bauart sollte 80-90°C erreichen. Damit käme er dann auf eine mögliche Heizleistung von 3,5-4kW.

Dafür sind wohl zwei Umstände verantwortlich.

1. Ihr Brennholz ist teilweise zu dünn.

Zwei cm Dicke ist lediglich zum Anfeuern geeignet. Das Holz sollte armdick sein.

Dem können Sie abhelfen indem Holz wie beschrieben verbrennen.

2. Ihr Ofen zieht zu gut.

Dafür ist wohl der, vermutlich, viel zu kurze Zug verantwortlich.

Hier können Sie den Zug verringern indem Sie den Querschnitt des letzten Zuges direkt vorm Schornstein verringern. Zu dem Zweck können Sie z.B. einen Backstein einlegen.
Aber das ist natürlich nur ein Notnagel der Ihnen hilft den Abbrand zu verbessern. Gelöst ist Ihr Problem damit nicht.

Probieren Sie das aus und machen Sie eine Vergleichsmessung. Das Ergebnis wird hier jeden interessieren.

Der Wirkungsgrad sollte sich dadurch verbessern. Einen guten Wert wird er aber kaum erreichen ohne dass der Zug auf die richtige Länge gebracht wird.

Zum Schluss erlaube ich mir wieder die alte Leier anzustimmen.

Ein Grundofen muss fachgerecht geplant und berechnet sein.
Nach Gefühl und Erfahrung ist Mist.
Der Metzger kann einen Kübel Wurst wegschütten wenn er, nach Gefühl und Erfahrung, versalzen hat.
Mit dem Grundofen brauchen Sie dazu einen Gutachter und das Gericht.
Und dort und auf hoher See ist man in Gottes Hand.

Bitte halten Sie uns auf dem laufenden. Das Thema ist für viele interessant.
Schön wäre noch zu wissen was Sie für den Ofen bezahlt haben.

Theo L. Kern theo.kern@kachelofen-profis.de http://www.kachelofen-profis.de Für direkten Kontakt bitte meinen E-Mail Link benutzen und eigene Kontaktdaten nicht vergessen. Auf halbanonyme Mails antworte ich nicht.
15.12.05, 16:02:41

ptjodi

(Senior Member)

Ersteinmal Vielen Dank für die prompte Antwort.
Die im PDF dargestellten Erfahrungswerte sind sozusagen Erstwerte. Mittlerweile
heize ich mit Scheiten, 35 cm lang und sehr dick (Kantenlänge > 8..12 cm). Hinsichtlich des Abbrandes gibt es aber da keinen großen Unterschied, wenn die Temperatur nach dem Anzünden einen bestimmten Wert (220 Grad nach 12 min, fordert die Elektronik ein) erreicht hat, poltert das Triebwerk los und erreicht seine Spitzentemperaturen.
Ich habe den Ofenbaumeister :-) natürlich auch auf die mir sogar als Laie zu kurz vorkommene Zuglänge angesprochen, die Reaktion darauf geht in den persönlichen Bereich , ich will das Forum nur für rein technische Sachverhalte und -problemstellungen und deren Lösungen nutzen.
Leider habe ich nirgendwo die Fachregeln zum gratis Nachlesen finden können, die gibts nur gegen Bezahlung und sind so glaube ich derzeit in Überarbeitung. Ich werde später noch ein paar Bilder und als Skizze die Zuglage und -länge posten.
Der Preis bewegt sich im üblichen Rahmen für solche Öfen.
Zu der abschließenden Belehrung: ja ja ich weiß,
die ist richtig, und das nur zu gut. :-)
15.12.05, 17:10:08

Kelpin

(Moderator)

Moin,
waren denn die 180 Grad im Schornsteinkopf frühzeitig gemessen, oder am Ende des Abbrandes?
@ teluke: Aus Neugierde. Ist das üblich, den Fühler so früh zu setzen, daß er glühend wird? Wie lange hält er das durch? Unserer sitzt in einem Fühlerrohr vor dem Sturzzug und wird längst nicht so heiß.

------------------------- Kelpin -------------------------
16.12.05, 07:45:00

Theo Kern

(Administrator)

Hallo Kelpin

Der Fühler ist sicher ein Nickel/Chrom/Nickel Fühler.
Die sind bis ca. 1100°C brauchbar.
Die Temperatur sollte also kein Problem sein.

Direkt hinter dem Feuerraum sind die Temperaturamplituden und damit die Thermoelementspannungsamplituden größer als weiter hinten im Ofen. Die Regelkenngrößen werden dadurch eindeutiger ermittelt und verarbeitbar.

Das Thermoelement sitzt bei Ihrem Ofen genauso wie bei dem Ofen von ptjodi auch.

Bei ihm sind die Überbrandtemperaturen wohl deshalb so hoch weil die Flammen erst dort richtig ausbrennen können. Dazu kommt dass der Messversuch wohl mit zu dünnem Holz und damit zu schnellem Abbrand, das zeigt auch die Temperaturkurve, gemacht wurde.

Bei Metallheizeinsätzen z.B. bei Brunner entstehen hier, vor allem durch diverse Isolierungsmaßnahmen im Feuerraum, noch höhere Temperaturen. Das hat dort den Vorteil dass ein längerer und damit schwerer (höhere Speicherkapazität) Zug gebaut werden kann.
Das ist eine Optimierung in Richtung Grundofen.

Ich frage mich nur warum man dann nicht besser gleich einen Grundofen baut. verwirt

Theo L. Kern theo.kern@kachelofen-profis.de http://www.kachelofen-profis.de Für direkten Kontakt bitte meinen E-Mail Link benutzen und eigene Kontaktdaten nicht vergessen. Auf halbanonyme Mails antworte ich nicht.
16.12.05, 08:05:37

ptjodi

(Senior Member)

Hallo, kurz zu den aufgeworfenen Fragen


@teluke
Zitat:
lediglich 27cm breit sein


da wäre der Feuerraum schmaler als die lichte Breite der Grundofentür

@kelpin
die Messung wurde zum Zeitpunkt der Hochtemperaturphase gemacht.

Versprochene Bilder von Zuglage und Länge am Wochenende.
16.12.05, 14:38:04

Theo Kern

(Administrator)

Hallo ptjodi

Die 27cm passen zu den 40cm Tiefe. Das Verhältnis kann im Rahmen von 1:1 bis 1:2 variiert werden. Die Grundfläche des Feuerraums muss von ca. 950 bis 1050 mc² betragen.
Der Feuerraum kann also weniger tief und dafür breiter werden.

Theo L. Kern theo.kern@kachelofen-profis.de http://www.kachelofen-profis.de Für direkten Kontakt bitte meinen E-Mail Link benutzen und eigene Kontaktdaten nicht vergessen. Auf halbanonyme Mails antworte ich nicht.
16.12.05, 17:28:10

ptjodi

(Senior Member)

geändert von: ptjodi - 20.12.05, 15:17:22

Hallo,

heute die Bilder und eine halbwegs maßstäbliche Skizze von der Zuglage im Ofen. Der Strich, der die Feuerraumdecke bedeuten soll, sitzt etwas zu hoch, die Feuerraumdecke ist etwa auf gleicher Höhe wie der obere Abschluß des Grundofentürrahmens, siehe erstes Bild im Anhang.

Kurz die Zusammenfassung des bisherigen :
Problem : Vermutung, das der Wirkungsgrad zu gering ist

Höherer Holzverbrauch,hohe Schornsteinmündungstemperatur sowie zu geringe Oberflächentemperatur werden als Indiz dafür genannt.
Mögliche Ursachen : Zuglänge zu kurz, Feuerraum zu niedrig, daher Ausbrand der Gase erst im Überbrand, dadurch an dieser Stelle höhere Temperaturen ca 880-910 Grad) als die sonst üblichen =< 800, bringt wahrscheinlich früheren Verschleiß des Metallrohres mit sich.

Der Ofenbauer, konfrontiert mit dem rotweiß-glühenden Überbrand-Rohr, schlägt nun den Einbau einer Prallplatte vor dem Feuerraumaustritt vor, das würde mir aber den Feuerraum noch kleiner machen. Dann sollte ich einmal mehr heizen, was mir aber gar nicht paßt, weil
Zitat:
Ein Grundofen mittelschwerer Bauart mit 4kW hat ein Nachlegeintervall von 8h mit einer Holzauflage von jeweils 10kg

Das war auch so von mir gewollt.

Alternative Vorschläge gingen mit der Verminderung des Schornsteinzuges einher.

Neue Messungen an dem vorhandenen Ofen kommen demnächst.

Ach ja, wie groß ist den die "erforderliche" Nebenluft die ein Ofen so braucht, damit es zu keiner Verpuffung beim Öffnen der Tür und plötzlichem Sauerstoffüberschuß bei noch schwelendem Holz kommt ? Mir wurden da Szenarien ausgemalt.

Dateianhang:

 forum1.pdf (854.42 KByte | 43539 mal heruntergeladen | 36328.91 MByte Traffic)

20.12.05, 14:19:17

Theo Kern

(Administrator)

Hallo ptjodi

Fast wie vermutet, aber noch schlimmer.
Der Zug ist viel zu kurz. Sowas macht man an einen Heizkamineinsatz, aber nicht an einen Grundofen.

Hier hilft nur ein Neuaufbau mit beheizter Bank. Die angebotene Prallplatte ist Quatsch.

Das mit der Verminderung des Schornsteinzuges (einlegen eines Steines in den letzten Zug) habe ich Ihnen ja auch schon geschrieben.
Das ist aber absolut keine Lösung sondern nur ein Notbehelf. Sinnvoll kann sowas sein wenn bei richtig konzipiertem Ofen der Schornsteinzug höher als kaluliert ausfällt. Das ist zwar nicht gerade fachgerecht, m.E. aber besser als eine Zugregulierung mittels einer Klappe im Keller. Damit wird nur (warme?) Kellerluft nach außen geführt.

Der Gasschlitz, zur Abführung unverbrannter Schwelgase, muss in Ihrem Falle 10cm² groß sein. Er ist auf Ihrer Skizze richtig angeordnet.

Halten Sie uns auf dem laufenden.




Theo L. Kern theo.kern@kachelofen-profis.de http://www.kachelofen-profis.de Für direkten Kontakt bitte meinen E-Mail Link benutzen und eigene Kontaktdaten nicht vergessen. Auf halbanonyme Mails antworte ich nicht.
21.12.05, 09:41:02

ptjodi

(Senior Member)

Hab ich mir fast schon gedacht.
Die Aussage
Zitat:
Sowas macht man an einen Heizkamineinsatz, aber nicht an einen Grundofen
paßt irgendwie mit dem zusammen, was ich bisher vom Ofenbauer erfahren habe.

Jetzt muß ich mir was einfallen lassen. verwirt

Danke vorerst an das Forum, versprochene Meßwerte kommen später nach, auch der Ausgang der Geschichte. Das wird aber wahrscheinlich erst nach der Heizperiode sein.

Trotzdem noch zwei weitere Fragen

- Bei wandangelehnten Öfen, wie wird die Bewegung
zwischen Ofen und Wand ermöglicht, ohne dass das
Fugenmaterial herausbröckelt. Gibt es da Fugenabdeckprofile ? Mein Ofen "wächst" von kalt nach warm um ca 3-4 mm, das mach auch keine elastische Verfugung auf Dauer mit

- Der Feuerraum selbst war anfangs mit einem vollflächigen Lehmverstrich (Putz, 3-5mm) versehen worden. Der ist vollständig abgeplatzt, bei den Temperaturdifferenzen auch kein Wunder.
Ist so ein Lehmverstrich üblich ?




21.12.05, 11:56:27

Theo Kern

(Administrator)

Man kann einen Lehmputz schon so machen dass er hält.
Der Wandanschluß ist immer ein etwas kritscher Punkt. Allerdings erscheinen mir die 3-4mm Dehnung doch etwas heftig.
Wir stellen die Technik im Ofen frei und haben dadurch am Kachelmantel sehr wenig Dehnung. Geputzte Flächen sollten am Wandanschluß einen "Kellenschnitt" haben. Dann bilden sich keine Abplatzer und Risse.

Leider sagt kaum ein Ofenbauer zu dem Kunden der einen Grundofen wünscht " Tut mir leid, bauen wir nicht", oder "damit haben wir keine Erfahrung" oder was auch immer.
Denn damit könnte ja ein Geschäft flöten gehen.

Ich z.B. lasse die Finger von automatischen Pelletsanlagen. Ich bin 1. nicht davon überzeugt und habe 2. zuwenig Erfahrung um das zu machen.
Will das trotzdem jemand, mache ich den Kontakt zu einem Profi in diesem Sektor.

Theo L. Kern theo.kern@kachelofen-profis.de http://www.kachelofen-profis.de Für direkten Kontakt bitte meinen E-Mail Link benutzen und eigene Kontaktdaten nicht vergessen. Auf halbanonyme Mails antworte ich nicht.
21.12.05, 12:23:17

ptjodi

(Senior Member)

Hallo,

anbei wie versprochen, neue Meßergebnisse am noch unveränderten Ofen, aber mit besserer Meßtechnik .
Randdaten

10kg Holz, Scheitlänge 35 cm, Umfang von ca. 40-55 cm, Tauchfühler NiCr-Ni (-50 ..1150 Grad Celsius Meßbereich)

Temperatur am Überbrand 710 Grad zum Meßzeitpunkt.
Abbrandtemperatur war bereits am Überbrand rückläufig.

Temperatur an der Schornsteinmündung auf dem Dach 280 Grad Celsius (Kein Druckfehler)

Außentemperatur -10 Grad Celsius.

Die Aufzeichnung der Oberflächentemperaturen des Ofens für einen morgendlichen Abbrand (also nach längerer Heizpause als 8 h erfolgt noch.)




30.12.05, 19:21:51

Theo Kern

(Administrator)

Hallo ptjodi

Die Meßergebnisse sind glasklar.
Der Baufehler offensichtlich.
Was sagt der Ofenbauer dazu?

Theo L. Kern theo.kern@kachelofen-profis.de http://www.kachelofen-profis.de Für direkten Kontakt bitte meinen E-Mail Link benutzen und eigene Kontaktdaten nicht vergessen. Auf halbanonyme Mails antworte ich nicht.
31.12.05, 10:12:44

ptjodi

(Senior Member)

geändert von: ptjodi - 01.01.06, 18:41:27

Hallo,

anbei noch eine Aufzeichnung eines Abbrandes wie versprochen, im Anhang.
Zu den Reaktionen später.
Dateianhang:

 Messung01012006.pdf (70.28 KByte | 42729 mal heruntergeladen | 2932.75 MByte Traffic)

01.01.06, 18:39:39

Kelpin

(Moderator)

Hallo Ptjodi,
ich bin ja auch ein Freund der friedlichen Einigung. In diesem Fall aber, wenn der Ofenbauer nicht gaaanz schnell reagiert, und Dir auch vernünftige Prioritäten einräumt, rate ich zum Anwalt.
Der Schornsteinfeger könnte Dir das Ding stillegen, weil Heizgeräte mit Wirkungsgrad unter 70% gar nicht mehr erlaubt sind (Als offener Kamin taugt der Ofen ja auch nicht wütend )
Mit traurigem Gruß

------------------------- Kelpin -------------------------
18.01.06, 14:48:29

ptjodi

(Senior Member)

geändert von: ptjodi - 20.01.06, 14:51:15

Hallo Kelpin & Forum

das ist der letzte Schritt, der aber zwangsläufig kommen wird, falls er sich nicht bewegt. Trotz Hinweis auf die von ihm zu beachtenden Fachregeln begreift er seinen Fehler nicht.
Einem Esel französisch sprechen beizubringen , scheint da einfacher.
Leider ist auch der Grundofen in unserer Region eher (noch) eine Rarität, so dass auch der Sachverständige der nächstgelegenen IHK ersteinmal sich mit der Materie vertraut machen muss.

Trotzdem vielen Dank für die moralische Unterstützung.

Hier ein erstes Update von dem Treffen heute :
1. keine Einsicht (war nicht anders zu erwarten)

2. es soll 18 verschiedene !? Regeln für den Grundofenbau geben. (glaub ich nicht)

@ alle Grundofenexperten : welche davon ist denn nun die richtige ?

3. Es soll eine dritte unabhängige Meinung herangezogen werden, die beurteilen soll, ob der Ofen hinsichtlich des Wirkungsgrades und der Auslegung den Fachregeln (das und nur das ist der Kritikpunkt) entspricht. Er ist fest davon überzeugt, dass nur seine Meinung richtig ist.

4. Es müssen offenbar mehrere Auslegungen bei dem Wort "Grundofen" möglich sein.
Immer, wenn ich mit dem Ofenbauer spreche, werde ich den Eindruck nicht los, dass wir von verschiedenen Dingen sprechen.


Fortsetzung folgt (wenn es noch Interessenten für den Ausgang gibt)
19.01.06, 23:58:12

Theo Kern

(Administrator)

Hallo ptjodi

Das mit den 18 Fachregeln kann schon sein, wenn man die in Rußland, der Ukraine, Österreich usw. alle mitrechnet.
In Deutschland gibt es nur eine gültige. Das ist die welche ich verwendet habe. Es kommen zwar neue Regeln aber die ändern sich nicht in seinem Sinn. Würde er die Österreichischen hernehmen könnte er gleich aufhören. Dort wird der Schornsteinzug bis ins letzte Pascal ausgereizt.
Der Zug wird dadurch meist noch länger.
Dort wird der individuelle Grundofen ohne genaue Berechnung und schriftlichen Nachweis derselben gar nicht mehr abgenommen.

Das sind also alles nur Ausreden.

Dass sich der Sachverständige erst fit machen muss sollte zu denken geben.
Wenn das stimmt ist er absolut nicht geeignet als Sachverständiger einen Grundofen zu beurteilen.

Ich muss aber zugeben dass ich sowas auch schon mal erlebt habe.

Da hat ein Sachverständiger einen Ofen von einem meiner Keramikkunden geprüft und dabei haarsträubende Ergebnisse fabriziert und teilweise völlig falsche Schlussfolgerungen gezogen.
Der war Kachelofenbaumeister, hat aber in der Hauptsache nur Service bei Ölkachelöfen in Wohnblocks gemacht. Der Dumme dabei war in dem Fall der Ofenbauer, denn sein Ofen war, im großen und ganzen, schon in Ordnung.

So wie ich Ihnen den Ofen berechnet habe muss er gebaut werden. Dass es dabei nicht auf ein paar Zentimeter Zug hin oder her ankommt ist klar.
Die Fachregel erlaubt eine Überschreitung der errechneten Zuglänge von 5%. Groß ist der Spielraum also nicht. Unterschritten darf die Länge nicht werden.





Theo L. Kern theo.kern@kachelofen-profis.de http://www.kachelofen-profis.de Für direkten Kontakt bitte meinen E-Mail Link benutzen und eigene Kontaktdaten nicht vergessen. Auf halbanonyme Mails antworte ich nicht.
20.01.06, 15:48:36

ptjodi

(Senior Member)

geändert von: ptjodi - 22.01.06, 23:19:00

einer geht noch :

Im Anhang die Verbindung zwischen Brennraum und "Zugsystem", nach einem viertel Jahr Heizbetrieb.
Die Temperaturdifferenz beträgt an dieser Stelle ca. 850 K. Da dehnt sich so ein Eisen schon mal ein bischen aus.
Heute sind da Rauchgase in den Raum entwichen, weil die Abdeckplatte durchgebrochen ist. Das er da was falsch gemacht hätte, hat er nun eingeräumt, aber nur an dieser Stelle, der Ofen wäre sonst i.O.
Die Rißschablone geht von 0.9-5.0 mm. Der Riß hatte zum Zeitpunkt des Fotos eine Breite von ca.2 mm.

Sind gerade -15 Grad draußen.
Passt alles zusammen.

Es freut sich das EVU über den rasenden Zähler, 1 x1 kW und 1x1,5 kW E-Heizkörper schaffen das, was der Ofen mit 40kg Holz auch gerade so geschafft hat...mit Hinblick auf die Anfangsproblematik dieses threads im Forum.

Für morgen habe ich den Bezirkschornsteinfegermeister gebeten, sich die Sache anzusehen.




Dateianhang:

 ofen0020.JPG (151.67 KByte | 49643 mal heruntergeladen | 7352.93 MByte Traffic)

22.01.06, 20:37:42
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